LESUNG & SYMPOSIUM
Identität und Integration – Rose Ausländer als Dichterin zwischen den Welten
13. März 2008
Gesellschaft für Musiktheater
Türkenstr. 19
1090 Wien
13.45h – 18.15h
Zu Ausländer
Rose Ausländer, Bukowinerin, Österreicherin, Amerikanerin, Europäerin; sie ist 1901 in Czernowitz geboren, also Österreicherin und mit der deutschen Sprache aufgewachsen, kann aber, je mehr sie die Formelhaftigkeit der frühesten Gedichte aus ihrer Feder überwindet, in dieser keine Heimat finden, ebenso nicht im Rumänischen, wiewohl ihr Interesse an Übersetzungen ihres Werks ins Rumänische bekannt ist und sie die Sprache also offenkundig gut beherrscht. Auch das Jiddische, aus dem sie übersetzt, ist ihr keine Heimat, sondern eng mit dem Bildreichtum des Chassidismus und den vom Vater vermittelten Brechungen des Glaubens verbunden, darum eine religiös geprägte Ressource, von der ihr aber klar wird, dass eine zu einfach verstandene Heimat darin wie in jeder Religion rasch fundamentalistisch geraten mag. Die „Wahrung der jüdischen Tradition”[1] ist ihr also nicht unwichtig, doch war auch hier keine Eigentlichkeit zu haben.
13.45h-14.15h
L E S U N G
„Zwischen den Welten“
Einführung M. Pasetti
Freier Eintritt
Es lesen Gina Mattiello & Christoph Prückner
Unter der Textregie von Marius Pasetti; Assistenz: Gertrude Stipsitz
Zum Symposium
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Das Symposion Identität und Integration – Rose Ausländer als Dichterin zwischen den Welten versucht dieser Vielstimmigkeit von Werk und Existenz nachzuspüren, aber eben auch dem, was das Werk je von einer wie der anderen Ressource oder Wurzel wiederum trennt. Denn diese Dichtung ist polyglott; zugleich hat die Qualität der Dichtung der Dichterin je offenbart, daß diese wie jene Sprache nicht die Sprache ist.[2] Sprache auf dem Niveau dieser Dichtung wird zum „Lügendetektor”[3], wie Rühmkorf schreibt. Konzept: Martin Heinz unter Mitarbeit von Clemens K. Stepina |
14.30h-19.00h
S Y M P O S I U M
„Identität und Integration“
Einführung M. Hainz
Freier Eintritt
Referatskalender
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14:30-15:00 |
Dr. Helmut Braun (Rose Ausländer-Stiftung) |
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15:00-15:30 |
Dr. Martin A. Hainz (Univ. Wien) |
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15:30-16:00 |
Diskussion zu den beiden Vorträgen, BUFFET |
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16:00-17:00 |
Dr. Tymofiy Havryliv (Univ. Lemberg) |
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17:00-17.30 |
Dr. Claudia Beil (Univ. München) |
Im Anschluss an die jeweiligen Referate folgen kurze Diskussionen. Die Moderationen übernehmen Nicole Walther, Karin Gaida, Sara Vornwalder und Susanne Müller.
17:45h-18:15h Schlussdiskussion mit allen ReferentInnen. Moderation: M. Hainz, C. K. Stepina
[1]Cilly Helfrich: Rose Ausländer. Biographie, Zürich, München: Pendo Verlag 1998 (=pendo pocket 6), S.50
[2]cf. Martin A. Hainz: Entgöttertes Leid. Zur Lyrik Rose Ausländers unter Berücksichtigung der Poetologien von Theodor W. Adorno, Peter Szondi und Jacques Derrida, Wien: Dissertation 2000, passim
[3]Peter Rühmkorf: Die Jahre die Ihr kennt. Anfälle und Erinnerungen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag 1972 (das neue buch), S.206